<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856</id><updated>2012-02-15T23:50:18.387-08:00</updated><category term='Parteiausschluss'/><category term='Mediokratie'/><category term='Solidarität'/><title type='text'>Zwischen-durch-Geschichten</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>31</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-2222009263472832703</id><published>2008-09-08T05:27:00.000-07:00</published><updated>2008-09-08T05:29:16.460-07:00</updated><title type='text'>Hallöchen.</title><content type='html'>&lt;a onblur="try {parent.deselectBloggerImageGracefully();} catch(e) {}" href="http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/SMUaeD_39lI/AAAAAAAABqU/oeoEFCljerk/s1600-h/Heinzel3.jpg"&gt;&lt;img style="margin: 0pt 0pt 10px 10px; float: right; cursor: pointer;" src="http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/SMUaeD_39lI/AAAAAAAABqU/oeoEFCljerk/s320/Heinzel3.jpg" alt="" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5243626444914423378" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Was tun wir Deutsche uns doch schwer, mit Worten an unsere Mitmenschen ran zu kommen! Denn es ist leider so: unsere Sprache lässt uns dabei im Stich. Statt dessen die merkwürdigsten Verrenkungen und Umwege. Wir starten zum Beispiel, wenn wir einen Fremden nach Uhrzeit oder Weg fragen wollen, mit einem so gar nicht gemeinten „Tschuldigung, können Sie mir vielleicht sagen …“. Oder im Lokal, wenn es darum geht, die vielleicht nicht mehr ganz junge Kellnerin für sich zu gewinnen, will uns das „Frollein“ natürlich auch nicht über die Lippen. Wir fuchteln lieber mit den Armen, grimassieren, suchen verbissen Augenkontakt. Am Telefon reicht es bestenfalls zu einem knappen „Ja“ als erstem Lebenszeichen, bei E-Mails ist der Massenstandard ein diffuses „Hallo“ bei der Anrede, das sich auf Parties auch zum „Hallöchen“ steigern kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Glückliches Frankreich! Da hört man immer noch häufig das respektvolle „Bonjour Madame“, das eben mehr ist als ein gerade mal prüfendes „Ja“ der Verkäuferin hinter der Theke. Die alten Lateiner hatten sogar einen eigenen Fall fürs Anreden und Ausrufen, den Vokativ, lang, lang ist’s her.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Entwicklungsgeschichtlich ist das Grüßen ritualisiertes Sicherheitsverhalten. Man lächelte sich zu, zog den Hut, dienerte, grüßte mit der Hand - oder was auch immer - und sagte so seinem unbekannten Gegenüber, dass man in friedlicher Absicht unterwegs sei. Es machte Sinn.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und heute? Wenn sich junge Leute begrüßen, dann schlagen sie ihre Hand gegen die Handfläche des anderen. Dabei freilich schauen sie beharrlich weg. Und erst dann kommt vielleicht ein „Aasklar?“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Tja, isses wohl. Miteinander geredet wird hierzulande gewiss nicht wenig, zumal per Handy. Und wer weiß, vielleicht sind gerade die Dauergespräche allerorten ein selbst gewählter Schutz gegen die misslichen Sprachholpereien beim Start.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bleiben wir also dran.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-2222009263472832703?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/2222009263472832703/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=2222009263472832703' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2222009263472832703'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2222009263472832703'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2008/09/hallchen.html' title='Hallöchen.'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/SMUaeD_39lI/AAAAAAAABqU/oeoEFCljerk/s72-c/Heinzel3.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-8155371755779106199</id><published>2008-08-10T04:52:00.001-07:00</published><updated>2008-08-10T04:56:43.842-07:00</updated><title type='text'>Stehaufler.</title><content type='html'>&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/SJ7WsAYp8DI/AAAAAAAABqM/WUm0apKO2XE/s1600-h/Stehauffrau.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5232855868557094962" style="FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/SJ7WsAYp8DI/AAAAAAAABqM/WUm0apKO2XE/s320/Stehauffrau.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Mechanik des Aufstehens bei den gleichnamigen „Stehauf-Männchen“ ist einleuchtend simpel: der Körper muss nach unten gerundet sein und der Schwerpunkt tief genug. Dann bleibt dieser Halbkugel mit Figürchen obendrauf gar nichts anderes übrig, als sich unverdrossen aufzurichten, wann immer sie in Schieflage kam. Die beigefügte Abbildung stammt aus WIKIPEDIA und zeigt eine Spielzeugfigur aus dem 19. Jahrhundert.&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Bei lebenden Menschen sehen wir das eher zwiespältig, pendelnd zwischen Bewunderung und Ärger. Den freilich könnten wir durchaus auch gegen uns selbst lenken. Denn bei lebenden Stehauf-Frauchen oder –Männchen sind es vor allem wir selbst, die den Schwerpunkt unserer Vorturner bestimmen und auch ihre Wipp-Rundungen beim beharrlichen Hochkommen. Oder heißt es nicht besser sogar „VIP“? &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wir wollen es so und wir tun es über die nur von uns bestimmte Lese- oder Einschaltquote. Weil es nun mal herrlich unterhaltsam ist, einem Oscar, Gregor, Wolfgang oder einer Eva auf der Stehauf-Spur zu folgen, egal, wie die gerade mal abgestürzt sind, und das sogar mit gutem Grund. Es gehört zu unserem Spiel. Gar nicht erst ignorieren, sagten früher die Berliner, wenn sie die Höchststrafe verhängen wollten gegenüber Stehauflern beiderlei Geschlechtes. Und wehe für die Betroffenen, sie hielten sich dran. &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Das ist lange her.&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-8155371755779106199?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/8155371755779106199/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=8155371755779106199' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8155371755779106199'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8155371755779106199'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2008/08/stehaufler.html' title='Stehaufler.'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/SJ7WsAYp8DI/AAAAAAAABqM/WUm0apKO2XE/s72-c/Stehauffrau.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-2272295003518816119</id><published>2008-08-01T02:44:00.000-07:00</published><updated>2008-08-01T02:50:13.836-07:00</updated><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Parteiausschluss'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Solidarität'/><category scheme='http://www.blogger.com/atom/ns#' term='Mediokratie'/><title type='text'>Höhenrausch für alle?</title><content type='html'>&lt;a href="http://bp3.blogger.com/_BnTAG1YA4BI/SJLba1CgM9I/AAAAAAAABqE/PUECqNIWEwA/s1600-h/Trauerheinzel.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5229483371291227090" style="FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand" alt="" src="http://bp3.blogger.com/_BnTAG1YA4BI/SJLba1CgM9I/AAAAAAAABqE/PUECqNIWEwA/s320/Trauerheinzel.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;„Höhenrausch“ ist der Titel eines sehr lesenswerten Buches von Jürgen Leinemann, der als Spiegel-Redakteur der Oberklasse ein Berufsleben lang aus der ersten Zuschauerreihe die politischen Proms sezierte. Höhenrausch meint die selbstzerstörerische Wirkung einer Droge, der nahezu alle verfallen, die ihre eigene Bedeutung dürstend aus dem Medienecho errechnen und ihr Verhalten diesem täglichen Rating ausliefern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau das ist auch das Problem von &lt;strong&gt;Wolfgang Clement&lt;/strong&gt;, der seine Höhen-Ämter lange schon hinter sich hat und also zu den Mikrofonen drängt, triebhaft und gut platziert, wie viele. Indess: Das politische Personal auf prominenter Bühne, noch heute würde es sich zu kläglichen Resten verlaufen, wenn alle zu gehen hätten, die an der Höhenrausch-Nadel hängen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So gesehen ist der Rausschmiss von Wolfgang Clement aus seiner (= übrigens auch meiner) Partei ein riskanter Schritt im laufenden Politmarketing, wo mag das enden? Und ganz gerecht ist er auch nicht, weil viel zu viele drogenabhängig sind und gehen müssten. Also Höhenrausch für alle ... .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zukunft hat hier längst begonnen. In unserer Mediokratie ist Schweigen Silber - und Reden jetzt Gold. „Nichts für ungut“, flüsterte der Wolfgang in seinem Innersten vielleicht seinen hessischen Genossen solidarisch zu, als er damals öffentlich ihren Wählern empfahl, sie lieber nicht zu wählen. “Nehmt es nicht persönlich, es geht nicht um Euch!“ mag er beteuert haben. „Ihr müsst das verstehen, es geht um mich. Und Ihr wisst warum.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also, Ring frei zur nächsten Runde - ein bisschen Trauer gehört auch dazu.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-2272295003518816119?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/2272295003518816119/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=2272295003518816119' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2272295003518816119'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2272295003518816119'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2008/08/hhenrausch-fr-alle.html' title='Höhenrausch für alle?'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://bp3.blogger.com/_BnTAG1YA4BI/SJLba1CgM9I/AAAAAAAABqE/PUECqNIWEwA/s72-c/Trauerheinzel.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-8879861178135046911</id><published>2008-01-12T11:26:00.000-08:00</published><updated>2008-01-12T11:27:30.441-08:00</updated><title type='text'>Stadtleben, Kampfleben?</title><content type='html'>Köln, Bus-Bahnhof Rodenkirchen, früher Abend: Das gewohnte Gruppen-Warten für alle, die in den 131-er Bus einsteigen werden. Er war schon vorgefahren. Seine Mittenplattform lichtete sich zügig. Die Fahrgäste draußen hatten eine Gasse gebildet, die sich schloss, als keiner mehr von der Plattform runter wollte. Ein älterer Mann im Loden schob sich hoch, wurde aber dabei zurückgestoßen von einem Nachzügler, der aus dem diffusen Hintergrund plötzlich nach vorn geschossen kam. Es war ein kräftiger Mann, Mitte dreißig vielleicht, modisch-martialisch ausstaffiert mit schweren Stiefeln, Military-Tarnfarbenanzug und harter Schirmmütze. Er rammte den Loden-Mann herrisch mit einem vollen Bierkasten, den er dabei hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Natürlich beschwerte sich der Loden-Mann, bekam aber nur lautes Dreckigkölsch zurück und einen Schlag in die Seite, der ihn in den Bus taumeln ließ. An einer Haltstange hielt er sich ein und rechnete mit der nächsten Attacke. Andere Fahrgäste schauten irritiert zu.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis auf einen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der war ganz plötzlich aus der Tiefe des Busses vorgesprungen und hatte sich mit seinen mächtigen Schultern vor dem Kasten-Mann aufgebaut, ein junger Sportlertyp mit weißer Kapuze. „Lass das“, sagte er dem Kasten-Mann, „dass machst Du nie, nie wieder!“ Blitzschnell hatte er sich dazu auch noch eine Flasche aus dem Träger gefischt und hielt sie ihm drohend wie eine Keule vor’s Gesicht. Der Kasten-Mann zögerte, kalkulierte seine Chancen und schwieg. Die Bustüren schlossen sich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Es gibt immer einen Stärkeren“, dachte sich der Loden-Mann zwiespältig, „Stadtleben ist Kampfleben.“ Schon bei der nächsten Haltestelle schwang sich der Sportler mit der Hühnengestalt aus dem Bus und verschwand im Dunkeln. Den Dankeblick seines deutlich älteren Schützlings nahm er mit einem kleinen Lächeln an.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-8879861178135046911?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/8879861178135046911/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=8879861178135046911' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8879861178135046911'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8879861178135046911'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2008/01/stadtleben-kampfleben.html' title='Stadtleben, Kampfleben?'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-1425376700746385350</id><published>2007-12-14T12:47:00.000-08:00</published><updated>2007-12-14T12:51:07.559-08:00</updated><title type='text'>Der Krieg ist vorbei.</title><content type='html'>&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/R2Lsblk3uOI/AAAAAAAAABU/jV6Ca2cowLA/s1600-h/HeinzelPLAKA.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5143933683097909474" style="FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/R2Lsblk3uOI/AAAAAAAAABU/jV6Ca2cowLA/s320/HeinzelPLAKA.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Im Keller eines Nebenhauses installiert T. geduldig eine Erdgasheizung vom Feinsten. Er kann das, muss keine Bauanleitungen mehr zu Rate ziehen - auch bei modernster Technik nicht. Rohr um Rohr, streng parallel geführt und akkurat abgewinkelt zum eindrucksvollen Gesamtbild, vernetzt das System. Befestigt werden diese Rohre mit Montageschellen auf Schraubspindeln, die zuvor verdübelt werden in Wand und Decke.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine etwas betagte Schlagbohrmaschine hilft dabei. Der überlange Bohrer stürzt aber geradezu in die Wand. Denn es sind erst mal rund zehn Zentimeter Rigips und Isoliermatten zu durchstechen, erst danach trifft der Bohrer auf Stein oder Beton, erst jetzt lässt sich also ein Dübel setzen, Übung macht den Meister.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ohne solche Tricks geht in diesem Hause gar nichts, Rigips allerorten, wer da was aufhängen will, bekommt rasch Probleme und verliert sich in Träumen an die gute alte Zeit, als Wände noch normal hochgemauert und verputzt waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Wissen Sie“, sagt T. achselzuckend, „ich wohne in einer Ausbauwohnung unterm Dach. Und wenn ich Anlauf nehmen würde bei mir im Wohnzimmer, wär’ ich sofort bei meinem Nachbarn auf der Coach. Alles Trockenbau, Sie verstehen! Man gewöhnt sich dran.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und L., der furiose Fliesenleger, der nun schon ein halbes Leben Kästen aus Styrodur baut, um sie anschließend bravourös zu fliesen (wenn’s der Kunde will auch in rokkoko-antik), L. sagt zu diesen Schnelltechniken des Ausbaus nur: „Der Krieg ist eben vorbei!“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schön ist es geworden, das alte Haus mit seiner totalen Rigipsbestückung: Eichenparkett, indirekt angestrahlte Sandsteinwand, Kaminofen, dezent eingelassene Deckenspots. Nehmen wir Platz auf der nagelneuen, weißen Ledercoach und strecken die Beine.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir müssen dabei ja nicht unbedingt an Wände klopfen, wie weiland Joachim Ringelnatz, als er vermutlich leicht betrunken dichtete&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;„Und gab dem Reh einen ganz kleinen Stips. Und da war es aus Gips.“ (Im Park)&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-1425376700746385350?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/1425376700746385350/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=1425376700746385350' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1425376700746385350'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1425376700746385350'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/12/der-krieg-ist-vorbei.html' title='Der Krieg ist vorbei.'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://2.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/R2Lsblk3uOI/AAAAAAAAABU/jV6Ca2cowLA/s72-c/HeinzelPLAKA.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-1062074427621031768</id><published>2007-07-22T07:42:00.000-07:00</published><updated>2007-08-13T08:18:11.819-07:00</updated><title type='text'>Wolfshunger.</title><content type='html'>&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RsB2KuQwPjI/AAAAAAAAABE/5oqx4qNxvq0/s1600-h/Branzino1.JPG"&gt;&lt;img style="float:right; margin:0 0 10px 10px;cursor:pointer; cursor:hand;" src="http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RsB2KuQwPjI/AAAAAAAAABE/5oqx4qNxvq0/s200/Branzino1.JPG" border="0" alt=""id="BLOGGER_PHOTO_ID_5098204704772472370" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Wir Deutsche geben uns gern polyglott, zumal im Restaurant. Wenn wir dort einen Branzino ordern und der Kellner ermuntert uns dazu noch mit seinem wunderbaren „perfetto“, dann haben wir wieder mal alle schnürenden Sprachgrenzen weit hinter uns gelassen. Wissen wir doch, dass ein Branzino ein Loup de Mer ist, vorzüglich allemal, aber leider etwas teuer. Unser tief versunkenes Schulfranzösisch wispert uns derweil zu, dass wir demnach einen Seewolf verspeisen....  Aber es ist eben viel mehr, Branzino oder Loup de Mer klingt ungleich appetitlicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein Seewolf freilich ist ein ganz anderer Fisch, auch nicht schlecht und allein deshalb preiswerter, weil er nicht wie der Branzino (Dicentrarchus labrax) nur an der Angel gefangen werden kann, sondern als gewichtiger Beifang im Netz, zum Beispiel auf Heringstörn. Unter dem Namen Kattfisch (Anarrhichas lupus) ist er uns schon vertrauter, auf Speisekarten heißt er allerdings meistens Steinbeisser. Aber es ist ein Seewolf. Sein kräftiges Gebiss mit eher etwas stumpfen Zähnen ist in der Lage, Muscheln zu knacken, Steingut sozusagen, was ihm den drastischen Ehrentitel auch eingebracht hat. Denn es ist kein zoologisch exakter Name. Der echte Steinbeisser ist ein ganz anderer Fisch (Cobitis taenia), steht nirgendwo auf menschlichen Speisekarten und lebt insoweit vermutlich recht sicher. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zurück zu den Wölfen im Meer. Der Branzino ist ein „Wolfsbarsch“, der Kattfisch ein „Seewolf“ und ein anderer Lieblingsfisch guter Gastronomie sieht zwar gefährlich aus, heißt aber fast immer sehr sanft „Lotte“. Gemeint ist hier der „Seeteufel“ (Lophius piscatorius), der beim Händler eigentlich nur als Schwanzstück landet. Den gruseligen Kopf hat man dort längst entfernt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dreimal See-plus-Fisch und zweimal mit Wolf dabei. Zählen Sie ruhig nach. Denn den Branzino nennt man auch Seebarsch bei uns. &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diesem Sinne: Bon appetito!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-1062074427621031768?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/1062074427621031768/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=1062074427621031768' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1062074427621031768'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1062074427621031768'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/07/wolfshunger.html' title='Wolfshunger.'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RsB2KuQwPjI/AAAAAAAAABE/5oqx4qNxvq0/s72-c/Branzino1.JPG' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-979434809793285174</id><published>2007-07-16T09:54:00.001-07:00</published><updated>2007-08-13T08:23:06.716-07:00</updated><title type='text'>Hallo.</title><content type='html'>&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RsB3PuQwPkI/AAAAAAAAABM/6P1UFUhVSkI/s1600-h/Heinzel1.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5098205890183446082" style="FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RsB3PuQwPkI/AAAAAAAAABM/6P1UFUhVSkI/s200/Heinzel1.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RsBwEeQwPiI/AAAAAAAAAA8/PTWrUUJoJ2A/s1600-h/HeinzelFAHNE.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;Was haben wir nur für ein Kreuz mit der Anrede unsere Mitmenschen, wenn wir sie nicht kennen! Und wir kennen bekanntlich die meisten nicht! Folglich können wir keine Namen rufen, um den Start zu eben. Und auch dann gäbe es Schwierigkeiten, denn wir müssten vorher genau wissen, ob es der Vorname sein darf oder eine eher förmliche Anrede.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt ungezählte, alltägliche Situationen, in denen dieses leidige Problem auftaucht. Im Lokal etwa: wie reden wir die meist schlecht bezahlte Kraft an, die uns bedient. Ist es eine Frau, gar im fortgeschrittenen Alter, brüllen wir „Fräulein“, bei Männern sagen wir „Herr Ober“, Frau Oberin geht aus ganz anderen Gründen leider nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so führen wir uns in irgendwelchen Grimassierungen auf, winken heftig und sagen dann verlegen ein gedehntes „Aäh“ zum Start, ein grundloses „Entschuldigung“ oder „darf ich mal kurz stören“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichts ist eigentlich lächerlicher. Aber unsere Sprache sieht nun mal keine allgemein gültigen Anredeformen vor. Die alten Lateiner hatten wenigstens noch ihren Vokativ, und die Franzosen ihr Madame oder Monsieur.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In diese Lücke hat sich im Deutschen heutzutage ein Allzweck-Hallo eingenistet. Zieht also jemand an dir vorbei, schlurfend, in Gedanken ganz anderswo und schaut unbeabsichtigt rüber, sagt er mechanisch ein tonloses „Hallo“. Am Telefon ist das ohnedies die feste Eröffnungsformel, ab und zu noch verdrängt durch ein muffiges „Ja bitte“ oder barsches „Ja“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzum, wir haben da ein echtes Miteinander-Problem. Sprache soll ja bekanntlich Kommunikation herstellen. Im Schwierigsten, in der Anrede sind wir aber immer noch in der Steinzeit. Und so gerät Kommunikation oft zum Monolog, zum Selbstgespräch. Weil uns das Türöffnen zum andern schon sprachlich so ungeheuer schwer fällt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wen wundert’s: Während diese Zeilen entstehen, zieht draußen vor der Tür wirklich ein Mensch vorbei, laut palavernd. Er hat mit verrenkter Haltung ein Handy an sein Schief-Ohr geklemmt und spricht sehr laut mit irgend jemand. Er scheint glücklich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn sein Eröffnungs-Hallo hat geklappt. Und wie! Fast könnte man sagen "aber hallo"!&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-979434809793285174?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/979434809793285174/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=979434809793285174' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/979434809793285174'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/979434809793285174'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/07/hallo.html' title='Hallo.'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RsB3PuQwPkI/AAAAAAAAABM/6P1UFUhVSkI/s72-c/Heinzel1.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-7891417704648304607</id><published>2007-07-10T05:47:00.000-07:00</published><updated>2007-07-10T05:48:04.311-07:00</updated><title type='text'>Spurensuche</title><content type='html'>Das englische Wort „sound“ hat eine ganze Menge Bedeutungen, gesund zum Beispiel, oder Meerenge (Sund) und Schwimmblase. Vor allem aber heißt es tönen, erschallen, klingen. Musik ist es damit noch nicht. Denn nicht jeder Ton oder Schallschub ist bekanntlich Musik in unseren Ohren, im Gegenteil. Setzt man den Sound jedoch auf eine magneto-optische Spur, macht ihn solchermaßen zu Soundtrack, dann sind wir zumindest sprachlich in der Welt des Wohlklangs angekommen, nämlich bei mehr oder weniger berühmten Begleitmusiken zu Filmen, die sich auf deren Tonspuren eingenistet haben. Allein dafür gibt es inzwischen Oscars.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die etwas glücklos operierende Musik-CD-Industrie hat folgerichtig auch diese Spur aufgenommen und bietet inzwischen ganze Alben mit berühmten Filmmusiken an. Schließen wir also wohlig die Augen und lassen die Titanic im Stereoklang mal wieder untergehen, gleiten wir mit Dr. Schiwago durch russische Weiten oder mit Mister Spock durchs Universum. Wirklich, das akustische Opening zum Film Clockwork Orange war damals geradezu gänsehaut-gewaltig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch große Komponisten waren sich deshalb keineswegs zu schade, solche Meisterwerke beizusteuern und Spitzenmusiker taten mit in bekannten Filmmusikorchestern. Vom Feinsten musste es sein, zumal in Hollywood. Eine erfolgreiche „Tonspur“ trug den Film auch wirtschaftlich und gab manchem Brot, zumal als Emigrant und fern der Heimat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wirklich neu ist das alles nicht,  auch Mozart oder Beethoven waren in großem Umfang Auftragsmusiker, unterlegten mit ihren Werken irgendwelche Events, wie man heute sagen würde, sie mussten sich dagegen in der öffentlichen Erwähnung oft mit dem Kleingedruckten begnügen. Und trotzdem, zur „Notenstrecke“  verkam das Geschaffene dann doch nicht in der musikalischen Zuordnung. Stattdessen hat es die prominenten Auftragsanlässe längst überlebt und füllt noch heute Konzertsäle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Liebe wortgewaltige Musikkritiker! Erlöst also endlich auch die Soundtracks aus ihrer schummrigen Nische einer allzu faulen und ein bisschen törichten Archivsprache, denkt Euch was Besseres aus! &lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Fans würden sich freuen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-7891417704648304607?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/7891417704648304607/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=7891417704648304607' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/7891417704648304607'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/7891417704648304607'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/07/spurensuche.html' title='Spurensuche'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-7636950389863517577</id><published>2007-06-07T03:19:00.000-07:00</published><updated>2007-06-15T08:24:53.561-07:00</updated><title type='text'>Weichmacher.</title><content type='html'>Vielleicht haben Psychologen eine Antwort darauf, was die Linguisten als akribische Wortstatistiker zwar beschäftigt, aber offenbar nicht weiter aufregt. Gemeint ist die eigentümliche Fähigkeit der Menschen, die Bedeutung ihrer Sprache möglichst kantenfrei zu deformieren, wo immer unsere Begriffe noch Stärke und Kontur zeigen. Nein, ganz so klar und eindeutig wollen wir es ja gar nicht, sprachliche Weichmacher müssen her. Wir mogeln lieber ein bisschen oder verniedlichen - uns zuliebe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der schwere Einbruchdiebstahl beispielsweise, der unbescholtenen Bürgern täglich das bisweilen sehr teure Auto kostet, ist in unseren Medien eigentlich nur noch unter dem Sportsbegriff „geklaut“ nachzulesen, und auch hier denkt sicher niemand mehr an die hässliche, rohe Klaue, die dreist und gewaltsam packt und stiehlt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geil und gierig, das waren sprachlich mal nahe Verwandten, unappetitlich allemal. Auch das haben wir inzwischen glatt gebügelt und singen heute gerne von einer „ super geilen Zick“ (für Nicht-Kölner: Zick gleich Zeit), der Rechner übrigens, auf dem gerade dieser Text entsteht, ist in der Sprache der Jüngeren ein geiles Teil, weil er sehr schick ausschaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Linguisten nötigt das bestenfalls ein Achselzucken ab, wissen sie doch besser als andere, dass sich Sprache ständig verändert, gestorben und geboren wird sozusagen täglich. Aber der Positionskraft der Sprache hilft das kaum auf. Schaumgebremst und weichgemacht lassen wir sie plätschern, schrecken nicht mehr auf, wenn der Sache nach Unerhörtes zu sagen wäre. Selbstmordattentäter sind eben nur unbegreifliche, ja tragische Solitäre, die ihrem jungen Leben ein Ende setzen mit - sprachlich eher beiläufig - entsetzlichen Folgen für viele Unschuldige. Allem vorweg sind es also Massenkiller, deren Beweggründe sie schwerlich adelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein sprachliches Sonderrecht haben auch die Lustschläger, die sogar lange Strecken mit ihrem   Werkzeug anreisen, um sich blutig mit der Polizei prügeln zu können. Vor allem, wenn Kameras mit dabei sind. Wir nennen sie brav Autonome, und sie nennen sich höhnisch selbst so. Im 19. Jahrhundert galt das noch als „gelehrte Entlehnung“ aus dem Griechischen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Merke: Was sich überhaupt sagen lässt, lässt sich klar sagen, so Ludwig Wittgenstein in seinem berühmten Tractatus. Oder simpler ausgedrückt, ein Gedanke, eine Position ist immer nur so eindeutig, wie wir es sprachlich fassen - wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rausreden gilt nicht.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-7636950389863517577?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/7636950389863517577/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=7636950389863517577' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/7636950389863517577'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/7636950389863517577'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/06/weichmacher.html' title='Weichmacher.'/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-2987306812728276624</id><published>2007-04-06T07:26:00.000-07:00</published><updated>2007-04-07T00:51:09.388-07:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RhdNGy3s5zI/AAAAAAAAAA0/fAjWaGqTMmY/s1600-h/Kunst-Outlet.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5050590286249256754" style="FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RhdNGy3s5zI/AAAAAAAAAA0/fAjWaGqTMmY/s200/Kunst-Outlet.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Auslass.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo vorne etwas rein kommt, muss hinten – irgendwann bestimmt – was wieder raus. Wir können das getrost als eine der Grundwahrheiten des Lebens verbuchen, nix bleibt auf Dauer und wirklich mehr als das, was wir eingezahlt haben, wird auch nicht draus. Im Gegenteil.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In schöner Regelmäßigkeit erleben das alle, die etwas mit Fleiß und Liebe produzieren und trotzdem nicht sicher sein können, oft schon nach kurzer Zeit ihr Werk verramschen zu müssen. Kosten hin, Kosten her, das Zeug muss raus. Auf die wundersamen Wirkungen dieses Marktgesetzes muss man als Kunde also nur warten können. Das nächste Schnäppchen kommt bestimmt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Warum also nicht gleich Schnäppchen produzieren, denkt sich folgerichtig mancher Hersteller und verkauft seine Ware direkt ab Fabrik, im Outletstore, wie es dann heißt, im Auslassladen also. Die Kunden werden sich drängen und wohlig schaudernd die Preisabschläge erleben zu einer Warenwelt, die es tatsächlich anderswo gar nicht mehr gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ganze Städte sind so zu Outlet-Adressen geworden, eine Sprung über die nachbarschaftliche Landesgrenze öffnet sogar sonntags die Outlet-Stores der Markenartikler. Kurzum, eine schöne Welt, die freilich unsere Schränke zum Platzen bringen wird. Siehe Satz eins dieser tiefsinnigen Betrachtungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Abzuwarten bleibt im Übrigen, wie die Sache mit dem „Kunst-Outlet“ ausgehen wird, die sich jetzt in Köln mit einer teuren Plakataktion eingerichtet hat. Kunst zum Schnäppchenpreis - handgemalte Originale schon ab 29,-EUR! Also nix wie hin. Und schlimmsten Falls schieben wir unsere Erwerbungen später einfach durchs Ebay-Portal , ins Outlet en gros.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-2987306812728276624?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/2987306812728276624/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=2987306812728276624' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2987306812728276624'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2987306812728276624'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/04/auslass.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RhdNGy3s5zI/AAAAAAAAAA0/fAjWaGqTMmY/s72-c/Kunst-Outlet.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-2750813682939184390</id><published>2007-02-28T02:59:00.000-08:00</published><updated>2007-02-28T03:13:13.734-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/ReVjr9s4XUI/AAAAAAAAAAk/umfuKtr6CqU/s1600-h/Ariel.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5036541365232098626" style="FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/ReVjr9s4XUI/AAAAAAAAAAk/umfuKtr6CqU/s200/Ariel.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ein bisschen Nostalgie: Mein Motorrad ARIEL RH 500.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein aktiver Anteil an der erzählenswerten Geschichte dieses Motorrades spannt sich zwar nur wenige Jahre, nämlich von etwa 1965 bis 1973, aber ich kann in diesem Bericht zurückgreifen auf Erzählungen meines Nachbarn, des Herrn Gabriel aus Marquartstein, von dem diese Maschine stammt. Eines Tages nämlich stand dieser Nachbar bei mir am Zaun und sah freundlich zu, wie ich an meinem Motorrad herumputzte, einer schon etwas in die Jahre gekommenen BMW R 25/2. Das war ihm offenbar Anlaß, sich zu „outen“, daß er selbst auch eine „Maschin“ habe, wenngleich seit längerem abgemeldet. Diese Maschine stand in einem Holzschuppen, sorgfältig unter ein Tuch gepackt. Und als er dieses Tuch wegzog, kam die ARIEL Red Hunter ( 500 ccm, 1 Zylinder, separates Getriebe) zum Vorschein, bestens gehalten und ab und zu mal angelassen, damit sie betriebsfähig blieb. Auch diesmal sprang sie schnell an, denn sie hatte Magnetzündung und brauchte keine geladene Batterie. Der Sound dieser alten Einzylindermaschine war hinreißend, aber noch schöner eigentlich ihr Outfit mit dem verchromten Tank, mit dem im roten Feld eingelassenen Tacho samt Tageskilometerzähler, der Steckleuchte aus Messing und dem riesengroßen Scheinwerfer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mein Nachbar hatte dieses Motorrad in jungen Jahren, nämlich 1938, fast neu beim „Haberl“ in München gekauft. Er war damals gerade selbstverdienender Schreinergeselle geworden und stieg mit dieser Erwerbung zum kleinen König von Marquartstein im Chiemgau auf, wo er schon damals lebte, wie ich später auch. Keine der Dorfschönen in jenen Jahren wird es wohl ausgeschlagen haben, mit ihm eine Runde zu drehen und manche davon - inzwischen gestandene Ehefrauen in Marquartsteiner Familien - würden sich daran mit einem Lächeln erinnern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als der Krieg kam, gelang es dem Schreiner Gabriel, sein Motorrad - in alle Einzelteile zerlegt - verschwinden zu lassen, um es den Sequestern zu entziehen. Die Reifen beispielsweise hatte er zwischen den doppelt vernagelten Brettern einer Schuppenwand versteckt. Nach dem Krieg war dieses wunderbare Motorrad dann noch mehr wert als vorher! Er baute es wieder zusammen und fuhr es bis zum Anfang der 60er Jahre, nicht nur zur Arbeit, sondern gelegentlich auch weitere Touren . Besonders gern erinnerte er sich an die Katschberg-Rennen jener Jahre, an denen er teilnahm, und auch daran, daß man ihm beste Grundstücke zum Tausch angeboten hatte, erhebliche Vermögenswerte heute. Er blieb standhaft und doch kam die Zeit, in der er langsam Abschied nehmen mußte von der Motorradlerei. So meldete er die Maschine schließlich ab, bockte sie bei sich im Schuppen auf und pflegte sie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr als eine Ehre für mich war es deshalb, daß ich diese Maschine für ganze 400,-- DM&lt;br /&gt;( damals schmerzlich viel Geld, aber dennoch kein wirklicher Preis für dieses Prachtstück ) übernehmen konnte, sozusagen von Haus zu Haus. Ich meldete sie sofort wieder an und fuhr sie bis etwa 1969. Das mit dem Fahren allerdings erwies sich als überraschungsreiche Mechaniker-Aufgabe, denn die Maschine hatte immer irgendwelche Problemchen. Die freilich übten und sie brachten Kontakt zu Leuten, die früher einmal so eine Maschine gefahren hatten oder sich sonst damit auskannten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dabei spielte eine gewisse Rolle, daß die RH 500 einen in der Motorradgeschichte recht prominenten, größeren Bruder hatte, nämlich die ARIEL SQUARE FOUR, ein Monstrum für damalige Verhältnisse mit vier quadratisch angeordneten Zylindern, luftgekühlt. Das machte damals viel Eindruck, die Square Four erwies sich aber als nicht sehr „standfest“, weil sie ständig thermische Probleme bei den hinteren Zylindern hatte. Sie konnten letztlich nicht gelöst werden, dennoch blieb die Maschine in aller Munde. So kam es, daß ich beim Namen ARIEL überraschende Hilfsbereitschaft auftat, wenn ich irgend etwas brauchte, was es schon lange nicht mehr gab, z.B. bestimmte Stahlblech-Halterungen oder auch aus Rohmaterial maßgestanzte Zylinderkopfdichtungen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Hauptproblem dieser Maschine waren indessen die Vibrationen, die damals noch nicht beherrscht wurden. Starke Schwingungen lösten auf Dauer so ziemlich alle Verschraubungen, so daß mir während der Fahrt auch schon mal der Vergaser (!) abgefallen ist. Häufig Probleme gab es auch mit der Trockenkupplung, die korkbeschichtet war, und mit dem Kolben, der in dieser Zeit erneuert werden mußte, denn er hatte deutliche Freßspuren. Dazu wurde der Zylinder in einer Münchner Firma neu gehohnt, und es wurde ein neuer Kolben eingepaßt, den ich bei einem Spezialisten in Schottland beschaffen konnte. Dies wiederum brachte mir die Mitgliedschaft ein in einem britischen Sammlerclub für historische Motorräder , dem „Collectors’ Club for Historical Motorcycles“. Er gab in gewissen Abständen einen Clubbrief heraus, der allerlei Ersatzteillisten und Restaurierungstricks verbreitete.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Fahrvergnügen mit dieser Maschine war von besonderer Art. Als englische Konstruktion wurde sie rechts geschaltet ( Fußschaltung ) und hatte so ihre Allüren. Sie besaß beispielsweise noch eine Hand-Verstellung des Zündzeitpunktes, was beim Antreten wichtig war und auch bei bestimmten Lastfahrten am Berg. Die Federung über eine Webb-Gabel vorne war notwendigerweise spartanisch und nicht sehr spurgenau, zumal die Reibungsstoßdämpfer die Schwingung des Federweges zusätzlich minderten. Hinten war die Maschine überhaupt nicht gefedert, so daß bei schlechterer Wegstrecke nicht wenig davon auf den Rücken des Fahrers durchschlug. Aber gerade im unteren Drehzahlbereich fuhr sie kraftvoll und zügig, höhere Drehzahlen mochte sie als Langhuber ohnedies nicht. Ich habe die Maschine fast nur solo gefahren, die hochgezogenen Auspufftöpfe ließen kaum eine andere Möglichkeit . Denn die Gefahr für Beifahrer, sich zu verbrennen, war absehbar groß.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1969 bekam die ARIEL eine recht moderne Nachfolgerin, nämlich eine BMW R 60/2, damals in der motorradarmen Zeit ein ausgesprochenes Spitzenmodell. Die ARIEL wurde also wieder in den Ruhestand versetzt und sollte dafür später einmal im häuslichen Reich ihren würdigen Platz bekommen. Das freilich wollte sich dann doch nicht einstellen. Ich wechselte schon 1970/71 beruflich nach Bonn. Die Maschine blieb in Marquartstein eingestellt, derweil verschlechterten sich die Standbedingungen dort erheblich, sie mußte schließlich sogar draußen überwintern, und das tat ihr nicht gut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So kam es 1973 zur Schenkung an das Deutsche Museum. Etwa 12 Jahre später konnte die ARIEL in der neugestalteten Kraftfahrzeugabteilung ausgestellt werden. Das Deutsche Museum hatte sie inzwischen schön hergerichtet und ihr sogar neue, originale Auspufftöpfe verpaßt, die in meiner Zeit leider durchgerostet und durch fremde ersetzt worden waren, um eine Wiederzulassung überhaupt zu ermöglichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es freut mich deshalb heute wie damals, daß die ARIEL RH 500 nicht namenlos irgendwo verkommen und schließlich auf dem Schrott gelandet ist, sondern ihren würdigen Platz im Deutschen Museum in München gefunden hat. Sie ist in jeder Hinsicht ein Klassiker, in technischer Konzeption und auch im Design. Sie hat einen jungen und sehr tüchtigen Schreinergesellen aus Marquartstein zum kleinen Star gemacht und später einem Motorrad- und Handwerksfreund, der in der Hauptsache allerdings in München Volkswirtschaft zu studieren hatte, die Ehre angetan, sie noch ein wenig fahren zu dürfen. Und wenn sie mochte, dann hat sie auch recht brav größere Touren durchgestanden, z.B. über die Deutsche Alpenstraße bis hin zum Watzmann und sogar den Glocknerpaß hinauf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(aufgeschrieben vor ziemlich genau zehn Jahren in Köln, aber ein bisschen Nostalgie muss halt auch sein)&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-2750813682939184390?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/2750813682939184390/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=2750813682939184390' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2750813682939184390'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2750813682939184390'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/02/ein-bisschen-nostalgie-mein-motorrad.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/ReVjr9s4XUI/AAAAAAAAAAk/umfuKtr6CqU/s72-c/Ariel.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-5942175619016006403</id><published>2007-02-08T02:33:00.000-08:00</published><updated>2007-02-01T11:03:43.814-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Stärke.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Des Menschen bester Freund ist bekanntlich nicht der Mensch, es ist ein Vierbeiner. So gesehen könnte sich der Mensch herzlich freuen, wenn er auf den Hund kommt. Das aber wäre leider kein wirklich erstrebenswerter Zustand, unsere Sprache will es so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überhaupt, den Hunden als der Menschen beste Freunde bürden wir, sprachlich betrachtet, viel auf. Wir sprechen von Hundewetter, beschimpfen jemand als Hundesohn oder leiden wie ein Hund. Ist es brüllend heiß, dann sprechen wir von Hundstagen, sinkt das Thermometer um sagen wir 40°, dann wäre das wahre Hundskälte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seltsam ergangen ist es auch dem Schweinehund. In alten Zeiten hieß er noch Sauhund  (nicht zu verwechseln mit dem zweibeinigen heute) und wurde bei der Wildschweinjagd eingesetzt mit all seinen Tugenden, die ihn auszeichneten: Ausdauer, Kampfesmut und erbarmungsloses Hetzen. Dieser Schweinehund meliorierte dann aber, wie die Linguisten es so schön analysieren (genauso übrigens auch beim Kultbegriff geil). Denn als innerer Schweinehund steht er heute für das glatte Gegenteil, für Entscheidungsschwäche, Motivationsarmut und auch die Bereitschaft zum kläglichen Rückfall.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So gesehen wäre der innere Schweinehund nur bei großzügiger Auslegung ein echter Menschenfreund. Immerhin erklärt er manchen Umsatzpunkt im Einzelhandel, wann immer Menschen schwach geworden sind. Sie alle halten es mit dem großen Moralisten und Spötter Francois de La Rochefoucauld (1613 – 1680), dem die Selbsterkenntnis zugeschrieben wird: Wenn wir unsere Leidenschaften unterdrücken, dann geschieht dies nicht aus Stärke, sondern aus Schwäche …. .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der dicke Hund in uns wird dazu verständnisvoll wedeln.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-5942175619016006403?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/5942175619016006403/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=5942175619016006403' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/5942175619016006403'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/5942175619016006403'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/02/strke.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-1410100221093475139</id><published>2007-02-01T11:01:00.000-08:00</published><updated>2007-02-01T11:03:44.255-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Limbisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zwei Prozent der Körpermasse macht es aus, verbraucht aber zwanzig Prozent unserer täglich aufgenommenen Energie. Die Rede ist von unserem Menschendurchschnittsgehirn, bei Lesern dieses Textes schaut’s vielleicht etwas günstiger aus. Wie auch immer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hirnforscher haben das offen gelegt, kurzum, sie haben ihr Hirn eingesetzt, um dessen soziobiologische Prozesse herauszufinden. Und was ist das Ergebnis? Unser Hirn ist lernfähig, aber nicht belehrbar. Ahnten wir es doch, zumal uns das bei unseren Mitmenschen gelegentlich schon aufgefallen war. Schuld ist das Limbische System.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über den Lernerfolg entscheiden danach nicht die Intentionen des Be-Lehrenden, sondern gewisse biologische Strukturen in unserem Hirn mit dem oben genannten schönen Namen. Die legen leider vorher(!) schon fest, ob sich hirnenergetische Anstrengungen überhaupt lohnen, und sind bewusstseinsmäßig gar nicht zugänglich. Schlecht also für Lehrer und Schüler gleichermaßen, wenn sich da was sperrt. Und wenn das Limbische nicht mitspielt, bekommt man z. B. Schwierigkeiten mit Mathe, Führerscheinprüfung oder Mittelhochdeutsch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wo genau diese Schwierigkeiten abgesteckt sind, werden wir bei uns selbst allerdings erst am Ende unserer Tage einigermaßen erprobt haben. Denn vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Fleiß gesetzt. Üben, üben, üben heißt es also und dabei vielleicht die wunderbare Entdeckung machen, dass Musik, Metallhandwerk oder Geschichte eine großartige Spazierlandschaft sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Manches freilich bleibt rätselhaft von Anfang an: Etwa ein aktuelles Plakat im Kölner Stadtgebiet, das ein zerknautschtes Auto unter der Headline „hirnverbrannte Pissfletsche“ zeigt. Absender ist eine geheimnisvolle Aha.de, die wir offenbar anklicken sollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aha, denken wir also folgsam, und werden es nicht tun. Unser limbisches System hat erbarmungslos den Daumen gesenkt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Nachbemerkung: die Anregung zu diesem Text kam von einem sehr lesenswerten Beitrag zur Soziobiologie in der FAZ vom 31.1.07, dessen Autor, Eckart Voland,  daraus manche Formulierung - ohne gefragt zu sein - beigesteuert hat)&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-1410100221093475139?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/1410100221093475139/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=1410100221093475139' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1410100221093475139'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1410100221093475139'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/02/limbisch.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-9002473031170087339</id><published>2007-01-26T03:06:00.001-08:00</published><updated>2007-01-26T09:09:42.913-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Halleluja.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer heute von Granden redet, meint natürlich nicht die spanische Adelshierarchie, sondern er denkt an die CSU. Über die liest man wenigstens in diesen Tagen viel, vor allem über ihre "Granden", die sich täglich besprechen. Sie tun es, einer alten Tradition folgend, zuerst einmal hinter verschlossenen Türen und dann später in Einzelauftritten auch öffentlich. Das ist neu in der CSU und gibt zumindest einem der Granden das Stichwort dazu, dass er sich über das Verhalten seiner Mit-Granden herzlich beschwert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zugegeben, die Zeiten wollen sich ändern, manchmal wenigstens. Aber noch immer - zumal in Bayern - befinden Granden darüber, ob die Zeit das überhaupt darf und ob sie es sollte. Denn die Dinge haben sich schließlich bewährt in den zurückliegenden Generationen des Laptop- und Lederhosenlandes. Die irritierende Forderung nach einer Trennung der CSU-Ämter Parteivorsitz und Ministerpräsident hat es früher schließlich nie gegeben, geschweige denn die Tatsache selbst. Die großen Gremien der CSU haben stets ebenso folgsam wie begeistert abgesegnet, was die Damen und Herren Granden zuvor im kleinsten Zirkel ausgehandelt hatten. So kam mancher halt nie hoch und kaum jemand von denen, die oben waren, stürzte wirklich tief. Das System zeigte weißblaue Verlässlichkeit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann jetzt das: Da stellt plötzlich einer der Erfolgsgranden genau das System infrage, indem er selbst Karriere gemacht hat, beruft sich dabei auf Gottvater FJS persönlich und lässt zugleich zwischen sich und dem durch die Granden gerade Entmachteten kein Löschpapier, wie man so sagt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Derweil allerdings werden die Bayernoberen wie bisher weiter miteinander mauscheln und die Dinge klar zu ziehen versuchen. Da muss man eben durch, werden sie mit frommem Blick nach oben sagen. Basisdruck von unten, das kann nur in Einfluss mindernder Unübersichtlichkeit enden und damit die bayerischen Glaubenssätze gefährden. Schließlich weiß doch jeder, und nicht nur die bayernmächtige katholische Kirche, Religion – auch die bayerische - kann niemals eine Angelegenheit der Willensbildung an der Basis sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Halleluja, luja, sog I!&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-9002473031170087339?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/9002473031170087339/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=9002473031170087339' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/9002473031170087339'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/9002473031170087339'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/01/halleluja.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-1015426809792020788</id><published>2007-01-19T04:15:00.000-08:00</published><updated>2007-01-19T04:17:39.705-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Jagd.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch der große Martin Luther war nicht dagegen: Menschen - vor allem aber Frauen – sollte der gerechte Prozess gemacht werden beim begründeten Verdacht auf Teufelsbuhlschaft. Die Beweislage in solchen Fällen ist offenkundig schwierig, und deshalb unterzog man die Beschuldigten z. B. der „Wasserprobe“. Hielten sie sich oben im Wasser, dann waren es Hexen, denn wer konnte damals schon legitim schwimmen, und man ersäufte sie mit gutem Grund; oder sie versanken, dann waren es halt keine Hexen gewesen. So zuletzt 1836 im heutigen Polen. An die 60.000 Menschen sollen, bei Auswertung vorhandener Prozessakten, in den Jahrhunderten als Hexen vernichtet worden sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Höhepunkt der Hexenverfolgung war die Zeit des Dreißigjährigen Krieges und der „Kleinen Eiszeit“. Die Welt im alten Deutschland hatte sich verwüstet und der kleine Klimawandel im Westen ließ das Land veröden und tief verarmen. Schuldige mussten her und waren schnell gefunden als Hexen. Rheinbach bei Bonn hat sich da einen besonderen Namen gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen erleben wir den Klimawandel, wenn es denn einer ist, erneut mit ungutem Gefühl, Ohnmacht oder auch vollmundigen Erklärungen. Weit ist es vielleicht nicht mehr, dass wir uns über die Schuldigen ganz sicher sind, und dürfen darauf warten, wer wem zuerst an die Gurgel geht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Derweil allerdings forscht die Wissenschaft erbarmungslos weiter und bringt zutage, dass sogar unsere geliebten Regenwälder Treibhausgase produzieren, genauso übrigens wie die Viehherden von Argentinien oder sonst wo, die das vielfach schädlichere Methan abgasen. Wir werden den Schwellenländern wie China oder Indien schwerlich das Auto ausreden und schon heute die Uhr danach stellen können, wann zwei Milliarden Menschen dort ihre wohlverdienten Wohlstandsrauchzeichen ablassen. Schließlich wäre da noch Mutter Natur selbst, der es gefiel, in der langen Erdgeschichte schon manche Hitze- und manche Eiszeit zu exekutieren, ganz ohne Kohlendioxid aus Kraftwerken …&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;So unpraktisch also war die Hexenjagd in der beginnenden Neuzeit vielleicht gar nicht. Sie sorgte wenigsten für klare Verhältnisse und gab den Menschen Frieden.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-1015426809792020788?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/1015426809792020788/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=1015426809792020788' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1015426809792020788'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1015426809792020788'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/01/jagd.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-8193113316888701011</id><published>2007-01-16T07:54:00.001-08:00</published><updated>2007-01-16T07:54:48.544-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Stattlich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Staatsmedizin! Als Verdikt gegen die Gesundheitsreform saß das. Wenigstens meinte das voll Stolz Herr Dr. Westerwelle von der FDP, und er sprach damit für viele der „doctores“, die ihre Gehälter bei Humanmedizin, Pharma, Versicherungsvorständen, Kureinrichtungen oder auch nur im Personentransport verdienen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In all’ den Jahren war es schließlich wunderbar gelaufen. Kuren wurden großzügig genehmigt durch die Landesversorgungsämter, Staatsdiener bekamen bei einigem Geschick mehr von Versicherung und Beihilfe erstattet, als sie selbst an Krankenkosten nachgewiesen hatten, das Taxigewerbe für die sogenannten Krankenfahrten blühte, die Zahl der Apotheken in den Stadtvierteln stieg unablässig und die Bewerberschlangen für ein Medizinstudium, das Vater Staat nachhaltig subventioniert, wurden immer länger. Das alles war natürlich keine Staatsmedizin, sondern ein staatlich geregeltes, opulentes Finanzierungswesen, mit denen sich als Betroffener bestens leben ließ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Korruption in diesem schlecht kontrollierten, ewig wachsendem Erstattungssystem war allgegenwärtig. Viele machten mit, Ärzte, Apotheker, Kureinrichtungen, Pharmaindustrie und nicht zuletzt auch die Patienten selbst. Das ging solange gut, wie Vater Staat auf politischen Befehl immer wieder die Brieftasche öffnete und nicht gedeckte Kosten durch Steuermittel ausglich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun aber schreit dieser Staat hörbar laut, hat lästige Kontrollen zum Ausgabenverhalten aller Beteiligten eingeführt, hat Budgets gedeckelt und hat viele Leistungsbereiche im Gesundheitswesen gekürzt oder gar gestrichen. Das tut natürlich weh, nicht nur den Patienten, sondern auch allen, die früher opulent am System Staatsfinanzierung bei den Gesundheitskosten verdient hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurz um, die Stunde von medial geschickt inszeniertem Protest war gekommen, sogar Laienschauspieler werden für Demos eingesetzt. Für Herrn Dr. Westerwelle endlich eine Bühne, sich selbst mal wieder in Erinnerung zu bringen. Ob sich dadurch Mehrheiten verändern in der deutschen Politik? Mag sein. Mit Sicherheit aber nicht der schier grenzenlose, staatliche Nachschussbedarf bei den Gesundheitskosten. Und gegen diesen gezwungenermaßen stattlichen Staat hat auch keiner was, gell?&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-8193113316888701011?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/8193113316888701011/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=8193113316888701011' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8193113316888701011'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8193113316888701011'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/01/stattlich.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-50519790055409072</id><published>2007-01-07T07:35:00.000-08:00</published><updated>2007-01-07T07:36:25.848-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Vorspann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Da haben wir also mit dem Film „Mein Führer - ….“ und Helge Schneider in der Hauptrolle allen Ernstes eine Diskussion darüber, ob man Hitler zum Stoff für eine Film-Satire machen darf. Vorbilder seien immerhin zur Hand, etwa die von Charles Chaplin schon 1940 gedrehte Hitlersatire „Der große Diktator“. Genau das aber ist der Unterschied: 1940 war eine solche Satire noch denkbare Auseinandersetzung mit einem deutschen Wahnsinnigen, dem bis dahin sogar von den Westmächten viel zu viel Stillhalten, Geschäftssinn und Zustimmung zugeflossen war. Ein erlaubtes Mittel also. Und heute?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hitler steht als Metapher für das organisierbare Grauen schlechthin. Wer immer da noch Menschelndes, Komisches ausmacht, dem möge die Feder sofort vertrocknen, der hat bis zur Selbstverstümmelung seiner Seele alles verdrängt, oder er will einfach nur ein Geschäftchen machen. Das völlig Un-Fassbare, im Denken, im Tun und im Wort, was in Hitlers Namen an Menschen von Menschen gewissenhaft verübt wurde, ist Fluch und Menetekel, keine Stoffsammlung für heitere Regie und Mischpult. Es ist die Summe unendlichen menschlichen Versagens. Eine bittere Wahrheit also, die in keine andere Form passt als die der Demut und der Besorgnis.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Den Kinomachern sei vorgegeben, ihren Film als Vorspann mit Szenen aus der Befreiung des KZ-Buchenwald durch die Alliierten anzustarten. Die Bevölkerung von Weimar musste damals auch gezwungen werden, sich das anzusehen. Und das war gut so.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-50519790055409072?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/50519790055409072/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=50519790055409072' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/50519790055409072'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/50519790055409072'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2007/01/vorspann.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-6625831904579943246</id><published>2006-12-28T15:01:00.000-08:00</published><updated>2007-01-01T04:57:01.476-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RZYc5Ul7ASI/AAAAAAAAAAM/FuEvhlTjJrk/s1600-h/uta.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5014227006229512482" style="FLOAT: left; MARGIN: 0px 10px 10px 0px; CURSOR: hand" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RZYc5Ul7ASI/AAAAAAAAAAM/FuEvhlTjJrk/s200/uta.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Steinbruch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stifter sind ehrenwerte Leute. Wenn sie im Mittelalter etwa eine komplette Kirche gestiftet hatten, erinnert ein Denkmal an sie – gewiss zu Recht. Wir betrachten es mit Ehrfurcht und mit Gewinn – stets offen für alle gelehrten Deutungen. Zwar mag es damals handfeste Gründe gegeben haben, für das Heil in der Ewigkeit ein wenig vorzusorgen. Denn man hatte sehr drastische Vorstellungen davon, was armen Sündern in Fegefeuer und Hölle blühte, wenn sie nicht beizeiten noch reuig stifteten. Die Kirche kam so zu mancher Zuwendung, die Menschheit freute sich, die Kunstgeschichte notierte es dankbar und liefert im Gegenzug bis heute ungezählte Dissertationen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im berühmten Dom zu Naumburg an der Saale sind Skulpturen zu bewundern, die an frühe Stifter erinnern. Diese Stifter allerdings waren lange schon verstorben, ehe ein unbekannter Bildhauer sich zu ihrer Ehre ans Werk machte. Ähnlichkeiten mit den Jahrzehnte vorher lebenden Personen sind deshalb auszuschließen, es gab noch keine fotografischen Vorlagen. Und so entstand auch die Skulptur der „Uta von Naumburg“ (Uta von Ballenstedt, 1000?-1046). Dem Bildhauer war es gelungen, dieser Dame etwas in die Gesichtszüge zu legen, was Jahrhunderte später zur Ikone geriet, jetzt übrigens wegen schön inszenierter Fotos aus dem 19.Jahrhundert. Man entdeckte schließlich nach 1933 bei dieser kinderlosen Gräfin des Mittelalters alle Tugenden der guten Deutschen, des keuschen Mädchens und der Mutter des Volkes, und verschaffte ihr in der hauseigenen Propaganda einen Spitzenplatz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Allerdings gab die gleiche Skulptur auch Deutungsgelegenheit für andere, als quasi "sozialistische Volksgenossin". So wird denn auch fertig behauener Stein wieder zum Steinbruch für den Zeitgeist. Dessen eigenes Schicksal holt ihn sozusagen ein, damals vor 800 Jahren, als Bildhauer anderen Weltsichten verpflichtet waren und ein Stifterdenkmal zu schaffen hatten, das mit den historischen Personen nur wenig zu tun haben sollte. Es konnte sogar nicht einmal in der von ihnen gestifteten Kirche aufgestellt werden. Denn diese Kirche gab es schon gar nicht mehr, war sie doch nur ein Vorläufer des Naumburger Domes, für den erst diese Skulptur in Auftrag gegeben worden war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir lernen daraus, dass die Menschen so waren, wie sie heute sind: Sie bauen sich nach Tagesbedarf ihr Weltbild, nicht immer ganz freiwillig und wenn nötig auch aus Stein. Die mittelalterliche Markgräfin Uta von Ballenstedt hat es dabei in Naumburg erwischt, als alle Welt ein Foto einer Steinmetzarbeit bestaunte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sie konnte sich nicht wehren und sie möge in Frieden ruhen.&lt;br /&gt;Bis zum nächsten Mal.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-6625831904579943246?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/6625831904579943246/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=6625831904579943246' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/6625831904579943246'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/6625831904579943246'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/12/steinbruch.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RZYc5Ul7ASI/AAAAAAAAAAM/FuEvhlTjJrk/s72-c/uta.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-9143696776329101116</id><published>2006-12-23T09:08:00.001-08:00</published><updated>2006-12-23T09:25:53.850-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Digitalfutter.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist ein sehr erfolgreiches Rezept: wer Menschen wirklich beherrschen, wer sie unterwerfen will, der muss ihnen zuerst die Persönlichkeit nehmen. Besonders bewährt hat sich dabei, diesen Menschen den Namen zu verstümmlen oder ganz zu streichen. Menschen werden danach zu austauschbaren Nummern, die sich im Machtsystem beliebig zuweisen und verarbeiten lassen. Diktaturen in der ganzen Welt tun das bis heute. Und so können wir uns freuen, dass in unserer Verfassung immerhin schon seit 1919 (Artikel 109 der Weimarer Verfassung) zu lesen ist, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind. In Deutschland hat das zwar länger gedauert als anderswo, es musste erst noch ein ganzer Weltkrieg Verwüstung bringen, aber dann war es endlich soweit (von einem Zwölfjahresrückfall in braunen Terror einmal abgesehen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Seitdem freilich hat uns dieses einzigartige Grundrecht, materiell als unser „unveränderbares Recht am eigenen Namen“, etwas schläfrig gemacht, und wir haben seinen prinzipiellen Rang aus den Augen verloren. Denn Gefahr droht lange schon aus einer ganz anderen, sich harmlos gebenden Ecke. Es sind die fern auf der Welt arbeitenden Programmierer und Systementwickler, die uns offenbar ohne schlechtes Gewissen zu Digitalfutter vermahlen wollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erinnern wir uns: anfänglich waren die elektronischen Datenverarbeiter nicht in der Lage, Personennamen zu verdauen, die sich mit Umlaut schrieben oder aus mehreren Worten zusammengesetzt waren bei unterschiedlicher Groß- und Kleinschreibung. Also verstümmelten oder verfälschten sie, wie es gerade passte. Mehr als ein freundliches Achselzucken hatten die Verantwortlichen dabei nicht übrig für uns. Es seien Sachzwänge, sagten sie, und wir nahmen das hin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen sind die Dinge zwar weiter gekommen, Umlaute sind endlich zugelassen und bei intelligenter, loyaler Programmierung kann es sogar gelingen, dass aus einer korrekt gespeicherten Adresse auch eine korrekte Anrede im Serienbrief generiert wird - oder zumindest werden könnte. Denn nach wie vor erhalten wir massenhaft Steuerbescheide, Arztabrechnungen, Versicherungspolicen oder Spendenbettelbriefe mit ärgerlichster Verstümmelung unseres Namens. Unsere Schuld: Unser Familiennamen passt nicht ins Herrschaftsschema veralteter Software, und vor allem: wir ducken uns.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau das aber weicht die guten Sitten auf, macht lautlos Schule und legitimiert Folgeschlampereien zu (schlechten) Gewohnheiten. Sogar in der FAZ vom 22.12.2006 lesen wir: „Leyen: Geburt nicht künstlich verzögern“. Die hier gemeinte Person heißt mit Familiennamen „von der Leyen“, was aber schert das schon die Texter. Denen geht – aus Sachzwängen natürlich – „Kurz vor Richtig“. Erst also, wenn man simpel Köhler heißt, taucht das in einer FAZ- Schlagzeile (vom gleichen Tag) unbeschädigt auf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kurzum, wehren wir uns! Wir sind längst über die Anfangsmarke hinaus. Es lohnt sich. Denn erst der ganze Name macht uns zur Person. Das wussten die Verfassungsväter sehr gut, und das sind wir uns und allen anderen wirklich schuldig.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-9143696776329101116?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/9143696776329101116/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=9143696776329101116' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/9143696776329101116'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/9143696776329101116'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/12/digitalfutter.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-1035874061497187819</id><published>2006-12-20T11:54:00.000-08:00</published><updated>2006-12-30T01:32:57.062-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RZYyM0l7ATI/AAAAAAAAAAY/GTzt_YXG_60/s1600-h/Jedem_kl.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5014250430981144882" style="FLOAT: right; MARGIN: 0px 0px 10px 10px; CURSOR: hand" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RZYyM0l7ATI/AAAAAAAAAAY/GTzt_YXG_60/s200/Jedem_kl.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Zuwachs.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Weimar wächst - andere Städte in Thüringen tun das nicht. Aber es liegt nicht daran, dass die Jungen hier nicht abwandern würden wie anderswo, sondern weil die Alten kommen. Die haben das schöne, das überschaubare, traditionsreiche Weimar ins Herz geschlossen. Ungewöhnlich erfolgreich ist deshalb das Angebot an Seniorenstiften und Heimen in der Stadt. Das kleine Weimar bietet derweil ein großes und vielseitiges Freizeitprogramm mit seinen Museen, Theatern, seinen Parks und nicht zuletzt mit seinen großen Namen, die Weimar geprägt haben. Es war und ist also viel los in Weimar und mit ein wenig Geschick lässt sich der jüngeren Plattenbauvergangenheit dieser Stadt ausweichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwas außerhalb von Weimar gibt es eine Gedenkstätte, zu der ein Bus hinführt. Es gibt diesen Ort seit 1937, als das stramm nationalsozialistische Weimar hier ein KZ errichtete mit dem späteren Kunstnamen "Buchenwald". Eigentlich ist es der Ettersberg, den schon Goethe gerne besuchte und dort zu Füßen einer Eiche seinen Gedanken nachhing. Das „Lager Ettersberg“ wurde deshalb schnell auf Protest der Weimarer Bevölkerung in Buchenwald umgetauft. Buchen gibt es dort allerdings wenige.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Eingangstor zu diesem riesigen Lagerkomplex ist noch im Original erhalten und begrüßt seine Besucher dräuend mit „Jedem das Seine“. Gleich links dann die Folterzellen und rechts hinten auf dem heutigen Freigelände das Krematorium mit der Genickschussanlage der SS. Getarnt in einem Arztzimmer kamen die tödlichen Schüsse bei Bedarf durch einen Schieber-Schlitz - zur ärztlichen Bestimmung der Körpergröße. Jedem das Seine.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Direkt am 380-Volt-Zaun der Anlage, aber auf der Freiheitsseite, noch die Reste eines kleinen Bärengeheges für die Kinder der Aufseherfamilien. Die werden ihren Spaß gehabt haben. Einen eigenen Bahnanschluss bekam dieses KZ allerdings erst relativ spät. Der Weimarer Bahnhof selbst war indessen gut geeignet - und niemand natürlich hatte in den Jahren was bemerkt von dem Zusammentreiben Tausender auf dem Bahnsteig Richtung Buchenwald.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alles wird heute in der Gedenkstätte würdig erinnert. Und deshalb kann man sich vielleicht entlastet den wahren Schönheiten der alten Stadt zuwenden, etwa dem Bauhaus-Museum, das auch in Erinnerung hält, wie die Bauhaus-Kunstbewegung in Weimar schon Mitte der Zwanziger Jahre wegen „Entartung“ aus dem Ort vertrieben wurde – immerhin acht Jahre vor der Machtergreifung. Ausgeschildert ist der Weg zum „Hotel Elefant“, dem vormaligen „Haus-Elefant“, in dem sich Hitler von seinen Weimarern frenetisch bejubeln ließ.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist, sagt die Fremdenführerin leise, in Weimar die ganze deutsche Geschichte wie in einer Nussschale zu fassen, hier Goethe, da Buchenwald. Die neuen Alten von Weimar haben sich damit wohl längst arrangiert. „Jedem das Seine“, denken sie vielleicht und blättern verzückt im Kulturprogramm der Stadt.&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-1035874061497187819?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/1035874061497187819/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=1035874061497187819' title='2 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1035874061497187819'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/1035874061497187819'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/12/zuwachs.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_BnTAG1YA4BI/RZYyM0l7ATI/AAAAAAAAAAY/GTzt_YXG_60/s72-c/Jedem_kl.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>2</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-5596193667517714738</id><published>2006-11-29T02:11:00.001-08:00</published><updated>2006-11-29T02:11:34.036-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Schuss.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht jeder Schuss sitzt, das kann lebensrettende Vorteile haben. Und wenn beim Scheibenschießen mal ein Schuss daneben geht, dann rufen wir höhnisch „Fahrkarte!“. Ein schönes Sprachbild, trotzdem, denn die Kugel hat sich mit unbekanntem Ziel auf Reisen gemacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aber was ist mit dem „Schuss in den Ofen“, von dem gelegentlich und voller Bitterkeit die Rede ist. Ein kräftiges Sprachbild allemal, denn wer schießt sinnvollerweise schon in einen Ofen? Tut er es doch, dann war er völlig nutzlos. Der Ofen wäre ruiniert und sein Feuer zerstoben. Alles klar?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere Sprachbilder führen uns freilich oft in die Irre. So wenig wie der berühmte Amtsschimmel wiehert, so wenig auch schießen wir in einen wärmenden Ofen. Gemeint war ursprünglich etwas anderes. Der Amtsschimmel hat nichts mit Pferd zu tun, sondern kommt aus dem lateinischen „similis“ (ähnlich), also der Vorlage, dem Formular. Das weiße Pferd war derweil noch lange nicht in Sicht und folglich auch nicht seine frohe Lebensäußerung. Die haben wir später sprachlich hingebogen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau so die Sache mit dem Schuss. Denn nicht nur Schützen schießen, sondern auch die Bäcker tun das. Sie schießen nämlich ihr Brot e i n in den längst heißen Backofen. Das tun sie meistens sehr früh am Morgen und danach riecht es in der ganzen Backstube höchst verführerisch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichts davon würde passieren, wenn sie das Brot in den kalten Ofen einschössen. Das wäre erkennbar sinnlos. Im Laufe der Jahre allerdings verschwand der erklärende Hinweis auf des Ofens Kälte. Geblieben ist ein Sprachbild, das wir trotzdem wunderbar verstehen, wenn auch falsch.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dennoch: Es bleibt ein Treffer.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-5596193667517714738?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/5596193667517714738/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=5596193667517714738' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/5596193667517714738'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/5596193667517714738'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/schuss.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-4766948678501157472</id><published>2006-11-26T12:38:00.001-08:00</published><updated>2006-11-26T12:38:29.246-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Große Gefühle.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es ist Mode geworden, die Markteinführung neuer Filme, neuer Romane, neuer Musicals oder was auch immer durch die Ankündigung aufzuladen, dass den geneigten Konsumenten dieser Dinge ganz "große Gefühle" erwarten. Ohne große Gefühle geht es heute nicht mehr, das ist sicher.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die wiederum schlummern in Bildern, Tönen und Worten, die ihre Autoren dafür finden. Sie haben damit Herrschaft über erstaunlich kleine Aufnahmeflächen in uns für eben diese großen Gefühle: den mikroklein eingerichteten Gehörsinn zum Beispiel oder die nur wenige Quadratzentimeter messende Netzhaut in unseren Augen. Sollten beim Genuss von Wein oder italienischer Pasta ebenfalls große Gefühle aufkommen, dann hätten auch die nur sehr kleine körperliche Sensorflächen berührt. Kurzum, unsere Fühl-Flächen für die Gefühle fallen wenig eindrucksvoll aus. Selbst wenn es Hochleistungschips wären, der Verdacht liegt nahe, dass wir, von unseren Chips leicht manipuliert, diese großen Gefühle eher selbst produzieren. Oder auch nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zugegeben, die Damen und Herren Autoren, Regisseure, Köche und Werbetexter kennen ihr Handwerk, wissen, wie man mit Erfolg Gefühle herbei kitzeln kann, und machen uns solchermaßen zu braven Gefolgsleuten, die bereit sind, erstaunliche Eintrittspreise zu zahlen, Schlange zu stehen und am späten Abend bei der Parkplatzsuche im eigenen Viertel statt großer Gefühle lebhafte Wut zu empfinden. Aber ab und zu brauchen wir das, laden unsere Akkus auf und sinken danach möglicherweise in wohligen Schlaf.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Denn nicht die Welt ist's, sondern es ist die „gefühlte“ Welt, wie man modernerweise längst sagt, die uns aufs Gemüt schlägt, so oder so. Was wäre schon Kälte, wenn keine gefühlte, was Lärm oder Hitze ohne das entsprechende Gefühls-Zertifikat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so haben wir ganz beiläufig auch eine neue Rechtfertigung für unser Tun bekommen: Denn erst beim Gefühlten sind wir wirklich mit dabei, verstehen und folgen willig.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die, die uns genau dahin steuern wollten, werden sich freuen.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-4766948678501157472?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/4766948678501157472/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=4766948678501157472' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/4766948678501157472'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/4766948678501157472'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/groe-gefhle.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-8361748233284427444</id><published>2006-11-22T07:44:00.000-08:00</published><updated>2006-11-24T09:01:30.899-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Torte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Lateinlehrer in der alten Stadt am Strom wurde es nicht aus Begabung - oder gar aus Erfahrung: Er wurde Oberbürgermeister (OB), weil ihn die Mächtigen seiner Partei auswählten als den Schwächsten in den eigenen Reihen - wie weiland die Fürsten bei der Kaiserwahl. Und deshalb war der Lateinlehrer auch hilflos, vom ersten Tage an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Solche Menschen umzingelt aber schnell eine Entourage von fixen Burschen, die ihre Chancen nutzen und ihren Schützling „aufbauen“. So entstand ein 16-Punkteprogramm des frisch gebackenen OB, für das er sich folgsam selbst eine Torte backen lassen musste. Seine Büchsenspanner wollten es so.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Torte sollte den Medien aufgetischt werden und dekorativ machen, was der gute Mann so alles vorhatte. Das ist jetzt einige Zeit her und hat die damaligen Medien durchaus beschäftigt. Das Stadt-Presseamt hat derweil gehorsam die Rechnung für die Torte bezahlt. Denn der Konditor hatte sich wirklich alle Mühe gegeben, die Torte zierte ein sogenannter „Staren-Kasten“ aus Zuckerguss und Marzipan.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Damit sollte den geplagten Kraftfahrern dieser Stadt versprochen sein, dass die Kameraüberwachung für Raser nicht mehr stattfinden würde. Die Staren-Kästen wurden weitgehend stillgelegt und eingehüllt in graues Tuch. Dies zwar gegen die ausdrückliche Empfehlung der Fachverwaltung, aber Chef ist nun mal Chef. Jahrelang standen danach einige Staren-Kästen in vielsagender Verpackung an den Straßen, an denen sie früher für kalkulierte Vorsicht gesorgt hatten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen sind aber dort (und anderswo) die Unfallzahlen derart explodiert durch ungebrochene Raserei, dass der Latein kundige Oberbürgermeister seine alten Populär-Träume abrupt beendete. Reden wir dabei mal nicht über neue Einnahmen für die arme Stadt am Strom. Die Überwachungsaugen werden wieder aufgestellt beziehungsweise aktiviert und es sollen sogar einige dazukommen - „audentes fortuna iuvat“ (den Wagemutigen hilft das Glück).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hat da jemand gelacht? Der Lateinlehrer ist noch für Jahre gewählt und man spürt: Er fühlt sich wohl in seinem Körper.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-8361748233284427444?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/8361748233284427444/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=8361748233284427444' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8361748233284427444'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8361748233284427444'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/torte.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-5502054391431611780</id><published>2006-11-20T09:17:00.000-08:00</published><updated>2006-11-20T09:18:05.460-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Wirklich.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Physik lernt man, dass ein virtuelles Bild im Gegensatz zum realen ein Bild ist, dass sich nicht auf einem Schirm abbilden lässt. Als das noch ungefähr verstanden wurde in den Schulklassen, gab es den Bildschirm heutiger Art noch nicht, sondern nur die halb durchsichtige Matt-Scheibe, durch die sich die Strahlen einer Bildprojektion leiten ließ. Hier bildete sich dann etwas ab – unser reales Bild nämlich, kurzum, es war eindeutig nicht virtuell. Ein Spiegelbild dagegen tut das nicht, es ist sichtbar und doch nur vorgegaukelt irgendwo hinter der Spiegelebene, keine Schirm könnte sich hier dazwischenklemmen und etwas auffangen. Das Bild ist also virtuell und entsteht nur in unseren Köpfen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Zeiten haben sich seitdem geändert. Denn inzwischen ist gerade das Virtuelle unsere neue Info-Realität. Es ist die veröffentlichte Wirklichkeit hinter der Bildschirmebene, bestens  inszeniert, so dass wir ihr gläubig folgen und sie als Realität für wahr und echt halten. Schlimmer noch, was dort nicht vorkommt, gibt es im Grunde gar nicht, wäre gar nicht existent. Nichts muss uns also mehr drängen, als in diesem Virtuellen vorzukommen durch mediale Präsenz.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Andererseits könnte es gerade diese allgegenwärtige Medial-Realität sein, die uns inzwischen  dazu gebracht hat, ein paar Abfangjäger zu entwickeln, wenigstens sprachlich, um die Dinge dem allzu Deutlichen zu entziehen. So sprechen wir z.B. nicht nur von Kälte, die sich bekanntlich messen lässt, sondern von „gefühlter Kälte“. Das macht Eindruck und niemand könnte uns das letztlich bestreiten. Gefühlte Kälte ist unangreifbar, weil etwas ganz anderes als ein Skalenwert auf unserem  Thermometer. Oder wir entwinden uns sanft den Fragen, die eigentlich nur ein einfaches Ja oder Nein als Antwort haben möchten. Wir tun das mit dem ahnungsvollen Zusatz „nicht wirklich“. Auf die Frage also  „War’s gestern schön?“ kommt unser vieldeutiges „Ja - aber nicht wirklich“.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und so schlagen wir ganz intuitiv der neuen Info-Realität auf dieser Welt ein Schnippchen, einfühlsam und mit viel Sowohl-als auch.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-5502054391431611780?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/5502054391431611780/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=5502054391431611780' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/5502054391431611780'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/5502054391431611780'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/wirklich.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-8290505334181212622</id><published>2006-11-18T03:58:00.001-08:00</published><updated>2006-11-18T03:58:49.183-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Log.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Unsere frühen Vorfahren hatten mit einiger Mühe zwar so etwas wie Sprache entwickelt, Schriftzeichen dafür folgten erst sehr viel später. Immerhin, wo sich Sprache sozusagen audiografisch codiert hatte, da war der nächste Schritt, nämlich die Codierung in sichtbaren Zeichen für das Sprechbare, eigentlich nicht mehr weit.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen freilich lassen sich interessante Umkehrungen dieses Abbildungsprinzips von Sprache beobachten. Denn sprechfaul, wie wir sind, drängt es uns zu Abkürzungen. Wenn die dann flutschen, wird daraus sofort ein Wort. „Blog“ zum Beispiel, als Tagebuch fürs Internet. Das „B“ vor „log“ steht für „web“, und man kann sich aussuchen, ob damit das „b“ in web oder das „w“ gemeint ist, wenn auch in spanischer Aussprache… Das „log“ soll wohl an Tagebuch erinnern, auf See nennt man das bekanntlich Logbuch. Aus Blog ist dann schnell auch die Blogger-Gemeinde geworden. Lang wird es nicht dauern, und irgendein epigonaler Werbefuzzi textet: „Lebst Du noch oder bloggst Du schon.“&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein reiner Design-Begriff war übrigens auch der „iPod“, ein Name als Kunstwort für einen ziemlich teuren, aber auch sehr erfolgreichen Abspieler für Musik und anderes. Längst ist daraus „Podcast“ geworden, was selbstgebastelten Rundfunk meint, eine vom Oxford-English jetzt akzeptierte Wortneuschöpfung,  die sich – wen wundert’s - auch in einen Blog einbauen lässt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Um sowas aber in voller Breite genießen zu können am PC, brauchen wir DSL – sprich eine Breitbandverbindung übers Telefon hin zu unserem persönlichen Rechner (PC), am besten als Flatrate ausgestattet.. DSL meint Digital Subscriber Line, oder auf Deutsch: „Digitale Teilnehmer-Verbindung“ .&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zugegeben, DSL fluscht als Abkürzung einfach besser und beschäftigt uns auch nicht mit der Frage, warum man im Englischen erst Teilnehmer wird, wenn man irgendwo unterschrieben hat.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-8290505334181212622?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/8290505334181212622/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=8290505334181212622' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8290505334181212622'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8290505334181212622'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/log.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-4317947804608913945</id><published>2006-11-16T05:19:00.001-08:00</published><updated>2006-11-16T05:19:24.488-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Hias.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer etwas Bayerisch kann, wird wissen, was Hias bedeutet. Es ist die Kurzform für Mathias, sowas gibt es überall. In Köln etwa nennt man den Jakob lieber Köbes - und meint damit vor allem den Wirtshauskellner. Der Hias, um den es hier geht, war Schreiner im Achental, im oberbayerischen Chiemgau, ein bißchen langsamer als die anderen, ein bißchen zorniger auch, wenn die Dinge nicht so liefen, wie er das wünschte, ein wenig ein Sonderling halt. Aber als Schreiner war er der beste. Beim Hias, meinte damals sein Meister, zahle eigentlich jeder Betrieb drauf. Aber solche wie ihn müsse es auch geben: pingelig, bockige Selbermacher und kompromißlos, wenn es ums Handwerkliche ging.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Hias kam aus kleinbäuerlichen Verhältnissen, hatte vor vierzig Jahren Schreiner gelernt, weil das sein Vater so wollte, und wäre lieber Förster geworden. Denn er liebte den Wald und hielt Zwiesprache mit ihm auf endlosen Wanderungen. Bäume erlebte er als Gefährten, als Sorgenkinder genauso wie als stolze Freunde. Ein unbestechlicher Blick sagte ihm, wann es ihnen am Hang gut ging, wann sie was wurden - später, für den Schreiner. Und so hatte es sich ergeben, daß er mit wissendem Schweigen längst seine Bergahorne, seine Föhren oder auch den seltenen Speierling ausgemacht hatte und wußte, daß er sie eines Tages für bezahlbares Geld kaufen würde vom staatliche Forst. Beim Einschlag war er persönlich dabei, sorgte, daß seine Stämme ausgesondert wurden, überwachte das Aufsägen in der Mühle und das Trockenlagern im Schuppen auf jenem Anwesen, das einmal der ärmliche Hof seiner Eltern gewesen war.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Hier warteten sie dann, seine Schützlinge, von vielen Wintern getrocknet, auf die Hilferufe der Möbelschreiner im ganzen Rund. Denn niemand hatte für besondere Zwecke besseres Holz als dieser Hias. Spiegelahorn etwa in stehender Maserung, unverzichtbar für Schubladen, die sich auch nach vielen Jahren noch hauchend schließen, oder makellose, schlanke Esche, deren Tischplatte später nicht an den Leimstößen stufig eintrocknet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ob er ein bißchen stolz darauf war, der Hias? Vielleicht, irgendwo in der Tiefe. Aber nach außen hin war es halt sein schweigendes Einfordern von Ernst und von Liebe beim handwerklichen Möbelbau. Denn da höre der Spaß auf, murrte der Hias gelegentlich - und hielt sich so die andern auf Abstand.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-4317947804608913945?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/4317947804608913945/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=4317947804608913945' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/4317947804608913945'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/4317947804608913945'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/hias.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-3254824244773458018</id><published>2006-11-14T11:23:00.000-08:00</published><updated>2006-11-14T11:33:12.905-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Nachtrag&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;jedesmal, wenn ich meinen eigenen Blog ansteuere, habe ich Namens- und Passwortprobleme. Alles habe ich mir dazu ansich aufgeschrieben und tippe es brav ein, aber es funktioniert noch immer ... mit penetranter Zufälligkeit. Derweil schau ich raus und entdecke einen fahl blinkenden Stern am nächtlichen Himmel. Ob das der Server ist, auf dem sich eine halbe Welt versammelt mit ihren Texten? Und mein Blog wäre dann auch dabei? Irgendwie bin ich beeindruckt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-3254824244773458018?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/3254824244773458018/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=3254824244773458018' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/3254824244773458018'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/3254824244773458018'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/nachtrag-jedesmal-wenn-ich-meinen.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-2288927756423414581</id><published>2006-11-14T10:17:00.001-08:00</published><updated>2006-11-14T10:17:53.492-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Oha.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt Momente, da wissen wir genau, dass wir ganz knapp an irgend etwas vorbei geschrappt sind. Je nach Sprachlandschaft, der uns leitet, sagen wir dann „oha!“ oder auch „ui“. Und wir ducken uns wenigstens hinterher, denken – wenn’s passt - wütend, man hätte uns warnen können.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gewarnt wird heutzutage sehr viel. Es ist nachgerade die Lieblingstätigkeit unserer Politiker, Verbandshäuptlinge und Lobbyisten. Warnung, das heißt für sie: das Handeln durch düstere Deutung und wohlfeile Betroffenheit ersetzen. Täglich werden wir also gewarnt vor Dingen, bei denen nicht einmal das Ducken noch helfen könnte. Gar nicht zu reden vom Gegensteuern, um die öffentlich beschworene Gefahr zu bannen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stattdessen ein eitler Wettlauf der Warner, denn sie wollen alle möglichst gut in der medialen Spitzengruppe platziert sein. Der Klimawandel, die Vogelgrippe, die Vergreisung der Gesellschaft oder auch nur die Chinesen- Mafia, sie alle kommen derweil, völlig unbeeindruckt und mit ihrer ganzen Durchsetzungskraft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Empfangen wir sie deshalb – wie man in Köln in der fünften Jahreszeit so gerne sagt - mit einem Klatschmarsch. Wir wissen ja längst, dass sie am Saaleingang stehen. Vorneweg die Warner in großen Ornat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und für die eine froh gestimmte „Rakete“.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-2288927756423414581?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/2288927756423414581/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=2288927756423414581' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2288927756423414581'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2288927756423414581'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/oha.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-8552756456705081105</id><published>2006-11-13T11:28:00.001-08:00</published><updated>2006-11-13T11:33:46.082-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Ted.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bären sind einzelgängerische Grobiane, wälzen sich gerne in stinkendem Aas, sind nachtragend und schweigen gefährlich, wenn sie wütend sind. Nicht so die Teddybären. Die sind süß und zu Millionen mit ebenso vielen Kindern herzlich befreundet, gar nicht zu reden von den Erwachsenen, die hier Kind geblieben sind. Wie das?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es gibt den verbürgten Fall ein ganzen Schar von Kölner Pänz, die der Reihe nach in einem städtischen Schaufenster einen Dekorations-Teddy entdeckten und ihn alle unbedingt haben wollten. Denn Teddies haben sprechende Gesichter, die nur Kinder verstehen - als ob es in sie eingebrannt wäre.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir werden das niemals entschlüsseln. Wohl aber wissen wir ganz genau, daß der Teddy eine Spielzeugerfindung dieses Jahrhunderts ist, ausgehend von einer Karrikatur, einer Anspielung also auf den amerikanischen Präsidenten Theodor „Ted“ Roosevelt im Jahre 1903 mit dem Titel „Teddy’s Bear“. Aus der Karrikatur wurde dann eine Schaufensterdekoration mit zwei selbstgebastelten Plüschbären und daraus ein Welterfolg. Kinderwelt heute - ohne Teddies - wäre unvorstellbar, die Tränen kämen endlos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bleibt die drängende Frage, ob da vielleicht noch anderes in uns schlummert, bis der Zufall es wachküßt. Denn schließlich hat ja auch die Sache mit dem Weihnachtsmann ziemlich gut geklappt, diesem netten rundlichen Herrn mit rotem Wams und Rauschebart. Ein Weltrenner inzwischen für Kinder und Geschäftsleute jeden Alters, nachweislich erfunden als Figur einer Werbekampagne von CocaCola ... . Übrigens auch Anfang dieses Jahrhunderts, als der Teddy kam.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Also warten wir - uns - doch einfach ab.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-8552756456705081105?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/8552756456705081105/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=8552756456705081105' title='1 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8552756456705081105'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/8552756456705081105'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/ted.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>1</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-2686579223169611290</id><published>2006-11-13T11:24:00.001-08:00</published><updated>2006-11-13T11:24:16.377-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Realos.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Katzen sind Realisten, wer wüßte das nicht. Katzen, so sagt man als Mensch nicht ohne ein wenig Kränkung, brauchen uns nicht. Sie sind souveräne Einzelgänger, Selbstversorger und Alleindurchhalter, wenn es denn sein müßte. Muß aber meist nicht, denn es gibt ja, aus Katzensicht, die Menschen. Aus unverstelltem Eigeninteresse - ob uns das nun paßt oder nicht - haben sich die Katzen für uns entschieden. Huldvoll gewähren sie uns ihr Wohlwollen und holen sich wie selbstverständlich die dafür getauschten Streicheleinheiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;  Katzen sind glänzende Analytiker, beurteilen ihre Lage präzise und optimieren die Vorteile. Wer also mag sich wundern, wenn sie sich stets fürs Warme, Weiche und Leckere entscheiden? Darauf läßt sich gut schnurren. Katzen organisieren ihre Wirklichkeit immer als Gesamtkunstwerk, in dessen Mitte sie selbst - wer sonst! - Platz genommen haben.&lt;br /&gt;  Fazit also: Katzen lassen sich nur schwer austricksen. Ihr unbestechlicher Sinn für das Wirkliche steht dagegen. Wir, die Menschen, hängen derweil unseren Träumen nach, auch denen übrigens, die die Katzen in ihrem schnurrenden Verhältnis zu uns verklären. Doch als „wissende Menschen“ sind wir jederzeit bereit, uns von ihnen was vormachen zu lassen, Katzen umgekehrt nie.&lt;br /&gt;  Und wo uns das Träumen nicht mehr gelingen mag, da setzen wir uns einfach vor die Glotze oder den PC. Die Katze wird diese Gelegenheit sofort nutzen und sich auf unserem Schoß eindrehen. Dann mag kommen was will, auch Katzen zum Beispiel, die über den Bildschirm gleiten. Unsere Hausgefährten wird das völlig kalt lassen, sie werden sie nicht einmal irgnorieren. Denn in ihrer Katzenwelt gibt es diese Flimmergeschöpfe nicht. Nicht, weil sie sie nicht sähen, aber es fehlt ihnen das Reale. Nur dann nämlich hätten sie Geruch oder auch Lebensgeräusch, Katzen filtern das Echte sicher aus.&lt;br /&gt;  Wo also Vögel oder Hunde ihr eigenes Spiegelbild entdecken oder gar mit ihm streiten wollen, sind Katzen nicht aus der Ruhe zubringen - wozu auch? Als echte Realos haben sie das Virtuelle als plattes Täuschungsmanöver ausgemacht. Ein weiter Weg - wahrlich, der da noch vor uns Menschen liegt.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-2686579223169611290?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/2686579223169611290/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=2686579223169611290' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2686579223169611290'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/2686579223169611290'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/realos.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-8894056954950254856.post-4967017195528212623</id><published>2006-11-13T11:21:00.001-08:00</published><updated>2006-11-13T11:21:48.002-08:00</updated><title type='text'></title><content type='html'>Eva.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Apfel hat’s in sich. Der Schweizer Freiheitskämpfer Wilhelm Tell schoß zum Beispiel auf ihn. Und dann ist da ja auch noch die Sache mit Eva, die sich nach betörender Beratung durch eine Schlange einen Apfel griff, um ihren Adam aus dem Paradies zu locken. Seltsamerweise legten sich Eva wie Adam danach Feigenblätter an. Der Apfelbaum war dafür sichtlich ungeeignet. Feigenblätter sind eben größer.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nun wissen wir leider nicht zuverlässig, wo das Ganze - botanisch betrachtet - stattgefunden haben mag. Bildhaft, wie die biblische Reportage nun mal ist, wird sie sich ihre Vorbilder dazu vermutlich aus der damaligen Welt der Autoren, also dem südöstlichen Mittelmeerraum, gesucht haben. Folgerichtig ist im Original auch nur die Rede von Früchten, die am Baum der Erkenntnis reifen, von Äpfeln dort kein Wort, denn die dazu passenden Bäume gab es hier nicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die wurden erst später dazu erfunden, in all’ den tausend Bildern, auf denen sich Eva mit dem Apfel zeigt und so eine ganze Obstgattung ins Gerede bringt. Das freilich hatte damit zu tun, daß die freundliche Rundfrucht symbolisch auch für anderes herhielt. Schon vorchristlich stand der Apfel fürs Erotische, für Verbotenes - damals.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Deshalb also greift die liebe Eva auf den rührenden Vertreibungsbildern stets zum Apfel, in den dann ihr Adam, nicht ahnend, wie sauer er sein wird, rein beißt. Bis heute.&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/8894056954950254856-4967017195528212623?l=hvbglossen.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://hvbglossen.blogspot.com/feeds/4967017195528212623/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://www.blogger.com/comment.g?blogID=8894056954950254856&amp;postID=4967017195528212623' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/4967017195528212623'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/8894056954950254856/posts/default/4967017195528212623'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://hvbglossen.blogspot.com/2006/11/eva.html' title=''/><author><name>havaube</name><uri>http://www.blogger.com/profile/05139960187470971861</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='16' height='16' src='http://img2.blogblog.com/img/b16-rounded.gif'/></author><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
